RED BULL DEUTSCHLAND GMBH
Interview Robby Brackhofer über 'The Quest 2002'

Auszug aus dem Interview

Du warst zum zweiten Mal bei der Quest Tour dabei, richtig?
Ja, ich war vor 2 Jahren schon mit dem Quest Bus unterwegs.

Was ging Dir damals durch den Kopf, als dich Oli Holzmann zum ersten Mal zur Quest Tour eingeladen hat?
Ich habe mir gedacht, das hört sich doch prima an, wird bestimmt 'ne gute Sache: Du wirst in einem fetten Bus von Gebiet zu Gebiet gefahren und suchst den besten Schnee. Genauso ist es dann auch gelaufen. Die ganze Tour war eine unvergleichliche Sache.

Kanntest Du vor dem Trip schon einige der anderen Teilnehmer?
Nee, aber das fand ich gerade das Interessante an der Tour. Ich finde es immer spannend neue Leute zu treffen. Diesmal waren ja auch zwei Finnen mit von der Partie, Tuuka Terva-aho als Freeskier und Henri Sankala als Snowboarder. Das war ein neues Erlebnis. Zwei wirklich nette Jungs, die es allerdings mit dem Alkohol ab und zu ein bisschen übertrieben haben. Ist halt 'ne andere Mentalität. Aber es war eine gute Erfahrung mit den Jungs zusammen zu reisen. Insgesamt waren wir überhaupt eine sehr harmonische Truppe und es gab keine heftigen Entgleisungen. Bis dann die Finnen bei der Banked Slalom Party so besoffen waren, dass sie das halbe Kleinwalsertal verschreckt haben. Ab dann galt bei uns der Spruch: "We are finished with the Finnish". Einen Tag später haben wir sie dann in Zürich am Flughafen abgesetzt.

Wie ist Dir das Wohnmobilleben so bekommen?
Gott sei Dank haben wir wenig Schnarcher gehabt, eigentlich gar keinen. Und wenn einer geschnarcht hat, hat er sofort einen Anschiss gekriegt. Und dass wir uns nicht jeden Tag duschen konnten, war für mich auch kein Problem. Was ist denn schon dabei? Ich denke, das Bedürfnis nach einer täglichen Dusche ist eine absolute Zivilisationskrankheit. Klar sollst du auch nicht stinken, aber mich hat das nicht weiter gestört. Ich war im Sommer mit meinem Bruder einen Monat in Libyen und Algerein unterwegs und da hatten wir auch kein Problem, wenn wir uns mal nicht geduscht haben. In der Hitze stinkst du ganz anders als auf der Quest Tour. (lacht) Ich war also in gewisser Weise abgehärtet. (lacht wieder)

Im Gegensatz zum letzten Jahr waren ja auch Mädels mit auf Tour. Lief das gut?
Tja, eigentlich hatten wir gleich am Anfang die Regel aufgestellt: "Keine Mädels im Bus." Aber irgendwie haben sich die Schwedin Marja Persson, die Österreicherin Conny Danzl und die Australierin Andrea Binning angehängt. Eines Morgens wache ich auf und plötzlich waren die Mädels da. Aber alles in allem war es total unkompliziert.

Sie haben aber nicht im Bus für Euch gekocht, oder?
Nee, dazu war die Küche viel zu klein und den Stress wollte sich keiner antun. Zum Abendessen sind wir immer in die Restaurants. Das fand ich total klasse, weil's immer recht gesellig war. Die Abende waren recht familiär und sozial, das hat mir echt gut gefallen.

Hat dir irgendetwas nicht so gut gefallen?
Was ich ein bisschen blöd fand, waren die zwanghaften Stops bei den Contests. Das war für mich eigentlich nicht der Sinn der Quest Tour. Dass wir nur ins Kleinwalsertal gefahren sind, weil dort der Banked Slalom war, oder nach Krippenstein zum Freeskiing Contest oder nach Disentis zur Monster Session. Dort war überall nur schlechter Schnee. Eigentlich sollten wir dahinfahren, wo es guten Schnee hat und wir vernünftige Filmaufnahmen oder Fotos machen können. Insgesamt hatten wir echt Pech mit dem Schnee, der war halt wirklich ein bisschen mager und da kann ja keiner was dafür.

Deshalb habt ihr auch an einem Tag in Andermatt eine Skisafari gemacht, oder?
Ja, das war ein total genialer Tag. Schade war nur, dass sich nicht mehr Jungs zur Safari motivieren ließen. Wir hatten einen wirklich geilen Tag und die Crew hing faul im Bus rum. Das habe ich nicht ganz kapiert, denn die Berge rund um Andermatt und Disentis sind so fett. Der Oberalpstock ist voll mit ‚Shoots' und Rinnen, das sieht aus wie Alaska, keine Bäume und echt steil - einfach geil. Ich kannte die Gegend schon ein wenig, weil ich als 14-jähriger schon mal dort war. Aber so schwer war die Route auch nicht zu finden, wenn du die Karte lesen kannst.

Hattest Du vor der Quest-Tour irgendwelche Erwartungen?
Nee, eigentlich nicht. Jetzt, beim zweiten Mal, wusste ich ja schon so in etwa, was auf mich zukommt und ich kannte auch schon ein paar Leute. Zum Beispiel die Fotografen York Dertinger und Chris Stadler. Ein bisschen habe ich allerdings von unserem Stop in Krippenstein erwartet. Dort war ja der Freeride Contest und an dem wollte ich teilnehmen. Zu dumm, dass wir ein wenig zu spät angekommen sind und somit nicht rechtzeitig auf dem Berg waren. Am Ende war das dann aber egal, da sie den Contest wegen Nebel absagen mussten. Im Nebel wurde einer der Teilnehmer, ein Spanier, vermisst. Er hatte sich total verfahren und stand plötzlich vor einem 80 Meter Cliff. Da hat er erst einmal den Hasen gemacht. (lacht) Die Bergrettung hat ihn dann zwei Stunden lang gesucht und erst gefunden, als er seine eigene Spur wieder hochgegangen ist. Es gab beim Contest leider auch keine eigene Telemark-Klasse und mit Skiern muss ich da nicht mitfahren. Da gibt es wesentlich bessere Freeskier. Es waren einige gute Skicross Fahrer aus Österreich da, die haben so richtig Gas gegeben. Der Axel Nagel zum Beispiel schießt Vollgas den Hang runter und zieht einen Backflip aus der Höhle raus. Und das auf seine alten Tage, der ist ja auch schon 38 oder so, da haben die anderen Jungs nicht schlecht gestaunt.

Nun bist du auf der Quest Tour viel mit Skifahrern und Snowboardern zusammen gefahren. Hat Dir das gefallen?
Das war auf jeden Fall total interessant und es ‚pushed' einen auch enorm. Wenn du siehst wie einer mit dem Snowboard einen fetten Spray hinlegt, dann ist das schon genial. Du kannst nur von den anderen Jungs lernen. Wenn ich sehe, wie jemand auf Skiern eine gerade ‚Line' runterzieht, versuche ich das ähnlich zu machen, auf meine Art halt. Und dabei lernst du wieder etwas dazu. Es ist wichtig, dass Leute dabei sind, die anders oder besser fahren als man selbst. Nur so kann man etwas dazulernen. Ein Ding vom Oli Holzmann hat mich besonders beeindruckt. Er ist am Arlberg eine ‚Straight Line' gefahren und unten heraus so schnell geworden, dass er Luft unter das Brett bekommen hat. Das war ein Sound, als ob ein Flugzeug daher geflogen kommt. Das Ganze hat dann in einem Megacrash geendet. Ich stand direkt daneben. Der Speed mit dem er da runterkam, war schon enorm. Da dachte ich mir: "Whow, verdammt schnell, ist ja der Hammer, dass so was geht."

Gibt es Parallelen zwischen den drei Sportarten?
Ja, ich denke das kann man schon sagen. Gerade zwischen Telemark und Snowboarden gibt's Ähnlichkeiten. Beim Telemarken bist du ja in den Turns mit dem Körper auch relativ weit unten und du hängst mehr in der Kurve drin. Ganz ähnlich wie die Snowboarder. Außerdem kannst du die Schwünge, wie die Snowboarder auch andriften. Beim Skifahren carvst du viel mehr, das ist ein etwas anderer Stil.

Bist Du schon mal Snowboard gefahren?
Nein.

Reizt es dich nicht das mal auszuprobieren?
Doch. Irgendwann möchte ich das schon mal probieren. Aber im Moment habe ich eigentlich mit dem Telemarken und dem Skifahren genug zu tun.

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Robby Brackhofer
Portrait
(c)York Dertinger


Robby Brackhofer
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